[DE] Länderbahn

Die Regental-Bahnbetriebs-GmbH erhielt 1994 den Zugschlag für 2 Bahnstrecken im Vogtland. Hierfür wurden zunächst 8 Fahrzeuge (Baujahr 1996) angeschafft. 1998 kamen weitere Linien hinzu, weshalb 10 weitere Fahrzeuge beschafft worden sind. Da der Platz in der alten Werkstatt in Reichenbach im Vogtland hierfür nicht mehr ausreichte, erbaute man ein neues Werk nur wenige Kilometer weiter in Neumark(Sachs), welches am 4. Juli 2000 eröffnet wurde. Zwischenzeitlich wurde am 01.Januar 1998 die Tochtergesellschaft „Vogtlandbahn“ gegründet.

Zwischen 2004 und 2006 verkaufte der Freistaat Bayern seine Anteile der Muttergesellschaft an das europaweit tätige britische Verkehrsunternehmen Arriva, welches 2011 von der italienischen Staatsbahn FS und einem französisch-luxemburgischer Finanzinvestor übernommen worden ist. Seitdem ist der Name Arriva im deutschen Schienenverkehr Geschichte, der neue Name „Netinera Deutschland GmbH“ tritt vergleichsweise selten in Erscheinung.

Die Vogtlandbahn-Sprinter bilden in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit. Neben einer gesteigerten Motorleistung und beheizten Kraftstofftanks verfügen die Fahrzeuge alle über eine nachgerüstete Toilette und einer automatischen Mittelputterkupplung (Typ Scharfenberg). Außerdem sind alle Fahrzeuge nach der Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung (BOStrab) für den innerstädtischen Verkehr in der Zwickauer Innenstadt zugelassen. Dort verkehren sie seit dem 28. Mai 1999 zusammen mit der Straßenbahn Zwickau auf einem Dreischienengleis (Abschnitt Zwickau Zentrum – Zwickau Stadthalle ehemals Glückauf-Halle). Hierfür haben die Fahrzeuge Blinker, Zusatzbremslichter und Signalgeber erhalten. Die Fahrzeuge der ersten Serie von 1996 wurden nachgerüstet, die Serie von Baujahr 1997 wurde bereits ab Werk mit den erforderlichen Anlagen ausgerüstet. Ausgeliefert wurden alle Fahrzeuge mit Rollbandanzeigen welche man in den Jahren 1998 und 1999 durch neue Flip Dot Matrix Fahrtzielanzeigen ersetzt hat.

Neben ihren Einsätzen bei der Vogtlandbahn gelangen die Fahrzeuge durch die tschechische Privatbahn GW Train Regio a.s. (ehemals Viamont a.s.) auch regelmäßig auf tschechische Bahnstrecken. Einige Jahre lang verkehrten die Fahrzeuge auch auf rein innerländischen Verbindungen in Tschechien. GW Train Regio mietete hierzu die Fahrzeuge der Vogtlandbahn an und bei wöchentlichen Tauschfahrten wurde den Fahrzeugen ein Aufenthalt in der Werkstatt der Vogtlandbahn ermöglicht.

Trotz der gewonnenen Ausschreibung im „Vogtland“-Netz gibt es für die Triebwagen keine große Zukunft, auch wenn die verbliebenen Fahrzeuge unerlässlich sind. Vor allem auf der Linie VL1 wird man auf den RegioSprinter nicht verzichten können, trotz Neufahrzeugen die ebenfalls für den Betrieb nach BOStrab ausgerüstet sind. Im Rahmen der zweiten Hauptuntersuchung erhielten die RVT auch eine Modernisierung: neue Sitzpolster und ein orange-farbener Fußboden sind nur zwei der Dinge davon.

Zum 30. November 2015 wurden die Bahngesellschaften unter dem Dach der Regentalbahn neu in die „DLB Die Länderbahn GbH“ eingegliedert, sodass die bisherige eigenständige Tochter „Vogtlandbahn-GmbH“ wegfällt.